Kurzmeldungen

Neuer Leiter der Schottener Vogelsbergschule: Herausforderungen sind groß

Nobert Schwing ist neuer Leiter der Vogelsbergschule.

Zu der neuen Aufgabe beglückwünschte ihn am Freitag, 17.8.,  Heinz Gabler, Schulamtsdirektor vom staatlichen Schulamt in Gießen.

Schwing ist an der kooperativen Gesamtschule schon seit 2007 tätig. Nach dem Studium für die gymnasiale Lehrtätigkeit mit den Fächern Mathematik und Physik und dem Referendariat an einer Fuldaer Schule trat er seine erste Stelle an der Albert-Schweitzer-Schule in Alsfeld an. In Schotten war der 48-Jährige zunächst Leiter des gymnasialen Zweiges und danach stellvertretender Schulleiter. Dazwischen war er ans Laubach-Kolleg und an das staatliche Schulamt in Gießen abgeordnet. Norbert Schwing wurde in Lich geboren und fühlt sich im Vogelsberg heimisch. Er ist verheiratet und dreifacher Familienvater.

H. Gabler beglückwünscht  N. Schwing zur Übernahme der Leitung der Vogelsbergschule.
Unter den ersten Gratulanten: A. Krstan,  J. Scharrenbach und E. Gebhard aus dem Schulleitungsteam sowie K. Tamme für den Personalrat der Schule.

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Schulamtsdezernent Gabler bezeichnete den neuen Schulleiter als sehr kollegial, der die Arbeit auf Augenhöhe mit dem Schulleitungsteam schätze. Neben Schwing gehören dazu noch Alexandra Kristan, die für den Verbund von Haupt- und Realschule in der Förderstufe zuständig ist. Jürgen Scharrenbach ist Leiter der Haupt- und Realschule und Erich Gebhard Leiter des gymnasialen Zweiges. Die Stelle der stellvertretenden Schulleitung ist noch nicht neu besetzt, Alexandra Kristan hat die Aufgaben übernommen.

„Um das Amt des Schulleiters bewirbt man sich heute aus Verantwortungsbewusstsein der Schule gegenüber“, betonte der neue Schulleiter, der nach knapp einjähriger Vakanz die Nachfolge von Wilhelm Lückel antritt. Die Herausforderungen seien groß, meinte Schwing. Der gesellschaftliche Wandel bringe ständig neue Anforderungen mit sich, und die aktuelle Schulsanierung sei eine große Aufgabe.

Umbaumaßnahmen

An der Vogelsbergschule hat sich da viel getan. Nach dem im vergangenen Jahr das neue Schulgebäude mit zwölf Klassenräumen in Betrieb genommen und mit Beginn der Sommerferien 2017 mit der Sanierung des westlichen Teils des Hauptgebäudes begonnen wurde, rückt jetzt langsam die Neugestaltung des östlichen Teils näher. Daher wurde in der unterrichtsfreien Zeit und den beiden letzten Schulwochen vor den Ferien der gesamte Verwaltungstrakt in ein Pavillon der Förderstufe ausgelagert. „Das waren schon ein immenser Aufwand und eine logistische Meisterleistung“, betont Norbert Schwing

Neben dem Sekretariat, den Räumen für die Schulleitung und dem Lehrerzimmer waren auch die Mediathek und das Archiv von dem Umzug betroffen. „Planung und Ausführung waren hervorragend“, so Norbert Schwing und Alexandra Kristan. Ihr Lob gilt besonders den Hausmeistern Michael Lenz, Rainer Spruck und Willi Appel, die sich im hohen Maß engagiert hätten. Claudia Wauschkuhn vom Lauterbacher Amt für Schulen und Liegenschaften leite mit sehr viel Sachverstand und Einfühlungsvermögen das große Sanierungsprojekt.

„Erneut hat sich gezeigt, dass die zeitliche Reihenfolge mit Neubau, Sanierung westlicher Teil und Sanierung östlicher Teil des Hauptgebäudes eine kluge Entscheidung war“, betonte Schwing. Der Unterricht habe zu jeder Zeit nahezu störungsfrei ablaufen können. Baucontainer als alternative Klassenzimmer seien nicht benötigt worden. Zwar müsse man zusammenrücken, und das alte Lehrerzimmer und die Mediathek seien zu Klassenzimmern umfunktioniert. Auch habe man manchmal improvisieren müssen. Da die Aula derzeit nicht benutzbar ist, wurde der Empfang der neuen Fünftklässler in die Sporthalle verlegt.

Im Rahmen der ersten Teilsanierung des Hauptgebäudes werden zwölf Klassenräume, mehrere Kleingruppenräume und die Bereiche Arbeitslehre, Kunst, Musik und Informatik erneuert. Wenn diese Arbeiten abgeschlossen sind, könnten die Klassen, die jetzt im östlichen Teil untergebracht sind, quasi über Nacht umziehen, damit die Sanierung ohne Unterbrechung weitergehen kann. 2019 sollen die Arbeiten beendet sein. So sieht es der offizielle Zeitplan vor, ein Ziel, das durchaus realistisch sei, so Schwing.

Bild: Der Arbeitslehretrakt im weitgehend fertiggestellten 2. Bauabschnitt.

Das neue Schuljahr

550 Schüler werden im neuen Schuljahr an der Vogelsbergschule unterrichtet. Das ist ein geringfügiger Rückgang gegenüber dem vergangenen Jahr. Geblieben sind 27 Klassen. Der Wegfall von zwei Intensivklassen für die Betreuung von Flüchtlingen wird durch die beiden neuen zehnten Klassen des gymnasialen Zweiges nach der Rückkehr zu G9 ausgeglichen. Die jungen Flüchtlinge sind jetzt alle in den normalen Unterricht integriert, erhalten aber noch zusätzlichen Deutschunterricht, was sich im Schulstundenkontingent mit einer halben bis einer Lehrerstelle niederschlägt.

Das Kollegium von 44 Lehrkräften ist nahezu gleich geblieben. Eine Neueinstellung gibt es. Mit dem Laubach-Kolleg herrscht eine enge Zusammenarbeit und ein enger Austausch in Form von Abordnungen. „Dadurch können wir auch Gymnasiallehrkräfte ausbilden, da es in Laubach eine Oberstufe gibt“, so Schwing. Die gute Kooperation mache sich auch im Verhalten der Abgänger bemerkbar. Fas alle Schüler der Vogelsbergschule machen mittlerweile ihr Abitur in Laubach. „Leider gibt es mit dem Gymnasium Nidda kaum noch eine Zusammenarbeit“, bedauerten Schwing und Kristan. Die Verzahnung mit dem Laubach-Kolleg bietet einen weiteren Vorteil. So gibt es kaum Probleme bei Stellenbesetzungen in Mangelfächern.

Zum Kollegium an der Vogelsbergschule gehören noch drei Referendare. Beratend tätig sind zwei Berufseinstiegsbegleiter und drei Mitarbeiter vom Vogelsberger Beratungs- und Förderzentrum, die im Rahmen der Inklusion eingesetzt werden.

„Nach meiner Einschätzung verfügen wir über ein gutes Betriebsklima“, freut sich der neue Schulleiter. Die Schule sei sehr familiär, wohl auch ein Grund dafür, dass einige Jugendliche aus dem Wetteraukreis sich für den gymnasialen Zweig der Vogelbergschule entschieden hätten. So ist auch das ehemals ausgeglichene Verhältnis von Förderstufe zu gymnasialen Zweig gekippt. Letzterer wird von 47 Fünftklässler besucht, während in die Förderstufe 34 Schülerinnen und Schüler aufgenommen wurden.

Zum familiären Charakter der Schule gehöre auch das Thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf.“ Das ist bei uns keine leere Worthülse. Wir versuchen, auf die individuellen Wünsche so weit es machbar ist, Rücksicht zu nehmen“, betonte der neue Schulleiter. Dadurch sei auch die Fluktuation überaus gering. „Wir haben derzeit keine Versetzungswünsche“, so Schwing.

Als Schule im ländlichen Raum müsse man sich möglichst breit mit vielen Angeboten aufstellen. Neu sei jetzt die Möglichkeit, Spanisch zu lernen. Anspruch sei es, die Schüler bestmöglich zu fördern und ihnen eine gute Qualifikation für ihren weiteren schulischen und beruflichen Weg mit zu geben. Dazu gehöre als Voraussetzung eine gute technische Ausstattung. „Wir sind auf dem neuesten Stand“, sagte Schwing. So verfügt die Schule als erste Einrichtung im Kreis über moderne Activboards, die die Vorzüge der alten mit Kreide beschriebenen Tafeln mit den Möglichkeiten der Digitalisierung verbinden. Einen großen Wunsch hat der neue Schulleiter darüber hinaus noch. Dass ehemalige Schüler wieder mehr den Weg zurück in den Vogelsberg finden, sei es als Lehrkraft oder in einem anderen Beruf. „Die Region hat viel zu bieten, besonders für Familien.“

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Quelle Text u. Bilder: Weil, Kreisanzeiger vom 18.8.2018