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Studienfahrt nach Buchenwald

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Der WPU Kurs „Spurensuche Drittes Reich“ der Vogelsbergschule Schotten von Frau Esmer, verbrachte im Dezember zwei Intensivstudientage im Konzentrationslager Buchenwald. Die Durchführung dieses Seminars wurde von der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung und dem Förderverein der Vogelsbergschule Schotten bezuschusst. Teilnehmer waren die 16 Schüler und Schülerinnen und die beiden Lehrkräfte Frau Esmer und Herr Tamme. Hauptverantwortlich durchgeführt wurde das Seminar von Herrn Stefan Lochner, der die Bibliothek in Buchenwald leitet.

Der Kurs „Spurensuche Drittes Reich“ vor dem Torgebäude in Buchenwald.

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Der kompleten Bericht von Jule Brumhard, Lara Rahn, Hannah Jochim und Ada Hillenbrand über den Aufenthalt in Buchenwald ist hier nachzulesen:Wir kamen am Morgen des fünften Dezembers in Buchenwald an und begannen mit einer Führung über das Gelände. Wir gingen zur ehemaligen Bahnstation, dann über den sogenannte Carachoweg. Dieser Weg erhielt seinen Namen durch das schnelle Treiben der Häftlinge Richtung Lager. Das Wort Caracho stammt aus dem Spanischen und bedeutet so viel wie schnell .  Wir sahen die Ruinen des ehemaligen Zoos, der gegenüber des Krematoriums zur “ Freizeitgestaltung“  der NS-Familien und deren Kindern errichtet wurde.

Am Lagertor tauschten wir uns  über die Inschrift und ihre Bedeutung „ Jedem das Seine“ aus. Nach der Mittagspause setzten wir unseren Rundgang fort in Richtung Pathologie und Krematorium. Dieser Teil der Führung sollte der emotionalste Teil sein. Danach sprachen wir lange und intensiv darüber, dass  zur damaligen Zeit dort Massen an Menschen getötet und eingeäschert wurden. Wir liefen weiter über das Lagergelände in Richtung des  Ausstellungsgebäudes und verbrachten dort eine Stunde, in der wir uns individuell über Themenbereiche,  wie Häftlingskleidung, Häftlingsakten und einzelne Personen informieren konnten. Wir stellten Herrn Lochner viele Fragen bezüglich des Lagers und des Lebens vor Ort, die er uns ausführlich beantwortete.

Am nächsten Morgen besichtigten wir die Führersiedlung und das DDR-Denkmal, das im Gegensatz zum Denkmal im Lager selbst eher kühl und erdrückend wirkt. Das Denkmal  auf dem Appellplatz symbolisiert Gleichheit, Menschlichkeit und gibt einem das Gefühl, den ehemaligen Häftlingen nahe zu sein.

 An der Führersiedlung sahen wir uns Bilder an, die zeigten, in welchem Luxus die SS-Kommandanten und deren Familien dort lebten. Danach begaben wir uns auf den Rückweg, um uns vor Ort mit Herrn Lochner in Kleingruppen intensiv mit bestimmten Themen zu beschäftigen, z. B. dem Krematorium, die Firma „Töpfe und Söhne“ oder dem Häftlingsalltag. Die Ergebnisse wollten wir nutzen, um Vorträge für eine Ausstellung an der Vogelsbergschule Schotten vorzubereiten. Wir bekamen sehr viel Material zum Nachlesen und konnten in der Ausstellung nach Antworten auf unsere Fragen zu den gewählten Themen suchen. Kurz vor unserer Abreise trafen wir uns im Seminarraum, um  über unsere Erfahrungen zu sprechen  und darüber, was uns nach diesem Seminar beschäftigte. Wir kamen zu dem Entschluss, dass dies eine emotionale, lehrreiche und wichtige Erfahrung war.

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