Digitaler Schüleraustausch

Eigentlich sollte das EU-finanzierte ERASMUS-Projekt (International preparation and cooperation on future work life based on bilateral experience and digital resources) mit der Häädemeeste Keskkool von September 2019 bis Ende Oktober 2020 laufen. Dabei sollten ca. 15 SuS unserer Schule und 15 SuS der estnischen Schule vor allem die Möglichkeit erhalten, bei dem/der jeweiligen Austauschpartner/-in einen Einblick in das (Schul-) Leben und die Ausbildungsmodalitäten vor Ort zu erhalten. Nachdem wir mit entsprechender SuS-Gruppe bis März 2020 nachmittags an den in der Projektbeschreibung geforderten Aktivitäten arbeiteten (z.B. Vernetzung der SuS untereinander, Vorstellung der teilnehmenden Praktikumsbetriebe, Vergleich curricularer Berufsorientierungs-Vorgaben) und das Programm für den estnischen Besuch vom 15. bis zum 22. März 2020 komplett geplant hatten, mussten wir etwa eine Woche vorher aufgrund des ersten Lockdowns alles absagen, damals noch in der Hoffnung, unsere Besuche möglichst bald nachholen zu können. Die Nationalagenturen der beiden Länder verlängerten unser Projekt zunächst bis zum 30. April 2021, im Anschluss noch einmal bis zum 31.10.2021.

Da keiner so ganz genau die Pandemie- und Lockdown-Entwicklungen vorherzusagen vermag/-mochte, war/ist nach wie vor unklar, ob zumindest einer dieser beiden tatsächlichen Besuche überhaupt noch stattfinden kann. Also beschlossen wir im Januar 2021 gemeinsam mit den estnischen Kolleg:innen, unsere Aktivitäten in abgewandelter Form digital stattfinden zu lassen. Das war für die SuS, die sich auf einen echten Schüleraustausch eingestellt hatten, natürlich nur ein schwacher Trost und erklärt u.a., weshalb knapp die Hälfte der deutschen SuS an den virtuellen Events nicht mehr mitarbeitete. Diese Events hatten unterschiedliche Themenschwerpunkte, beispielsweise verglichen estnische und deutsche SuS zunächst “My Life in Lockdown“ und stellten ihre Ergebnisse anschließend in der Gruppe vor. Um das Schulleben der Partner:innen noch besser kennenlernen zu können, erfolgte außerdem eine “Comparison of School Events“, bei der schuleigene Veranstaltungen vor- und gegenübergestellt wurden. Inhaltlich näher am Projektthema waren dann Videokonferenzen, bei denen die Präsentation neuer “Business Ideas“ mit zuvor entwickelten passenden Jobanzeigen im Fokus standen oder ein Input zum Thema “How to Be Successful in a Job Interview“ sowie in deutsch-estnischer Konstellation einstudierte Vorstellungsgespräche und deren Bewertung. Bei unserem virtuellen Treffen, bei dem die Teilnehmer*innen zwischen Workshops zu den Programmen canva.comund roomstyle.com, zu “Touristic Aspects of Schotten and Häädemeeste“ oder mit dem Ziel “Let’s Dance Corona Away“ wählen konnten wie auch bei der Gestaltung eines gemeinsamen Projektlogos, kamen uns dankenswerterweise sowohl auf deutscher wie auch auf estnischer Seite weitere Kolleg:innen zu Hilfe.

Auf dem Foto unten sieht man diejenigen Schülerinnen, die durch ihre regelmäßige Mitarbeit bei diesen virtuellen Treffen ein offizielles ERASMUS-Zertifikat erwerben konnten. Für sie alle endet die Schulzeit an der VBS Schotten mit diesem Schuljahr, sodass sie als Abschiedsgeschenk die auf dem Foto zu sehenden Projekt-Hoodies erhielten, deren Rückseite das gemeinsam entworfene Logo sowie die Namen aller Teilnehmer*innen ziert.  Nach derzeitigem Stand ist es hessischen Schulklassen zunächst bis zum Halbjahr des kommenden Schuljahres nicht gestattet, Fahrten ins Ausland zu unternehmen, wohl aber, Gastschüler:innen bei sich aufzunehmen. Daher hoffen wir sehr, dass eine neue estnische Schüler*innengruppe bei einer neuen Schottener Schüler:innengruppe der Jahrgangsstufe 9 Ende September gastieren kann, um wenigstens einen Teil der ursprünglichen Projektidee auch „im echten Leben“ umsetzen zu können. Für die projektleitenden Lehrer:innen würde ein solcher Besuch auch eine enorme Arbeitserleichterung für den Abschlussbericht des Projekts bedeuten.

Entstanden bei der Zertifikats- und Geschenkübergabe: Das ERASMUS-Lehrer:innenteam (Oliver Breidenstein, Isabel Packheiser, Alena Werda und Ralf Schäfer v.re.) mit Schulleiter Norbert Schwing, links oben die beiden Schülerinnen Julienne Becker und Nina Weigel aus der Klasse 10bR, darunter Katharina Alt und Hannah Jochim aus der Klasse 10bG sowie Cara El-Hagge, Lara Weber, Emma Neeb und Nina Kergl aus der Klasse 10aG (jeweils v. li.)

(Rückseite des Pullovers)