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Schwungvoll spielte das Orchester der Gesamtschule Schotten unter Leitung von Erich Gebhard die Entlassungsfeier ein. Die Stimmung war gelöst, von der Galerie der Festhalle hingen Laken mit den pfiffigen Sprüchen der Abschlussklassen: "Beckers Brötchen sind fertig" textete die 10 bR, philosophisch brachte es die 10 H: "Denken ist Arbeit, Arbeit braucht Energie, Energie soll man sparen..." Ebenso festlich wie konzentriert war der Ablauf - man nahm Rücksicht auf die Fußballfans, die es dringend zur Partie Deutschland gegen Griechenland um 21 Uhr zog. Auch für Schulleiter Hans Joachim Gruel mag die Abschlussrede ein besonderer Moment gewesen sein: nach 30 Jahren Lehramt an dieser Schule geht er in wenigen Tagen in den Ruhestand. Mehr Stolz als Nostalgie war ihm anzumerken: "Wir hatten noch nie so viele qualitativ hochwertige Schulabschlüsse wie in diesem Jahr."
Das führte er näher aus: vier Jugendliche schafften den einfachen Hauptschulabschluss, 18 den qualifizierenden, unter ihnen auch ein Schüler, der aus der Kooperationsklasse der Digmudis-Schule in den Regelbereich zurück gewechselt war. 25 haben die Mittlere Reife, 29 den qualifizierten Realschulabschluss, der zum Wechsel in die gymnasiale Oberstufe berechtigt. Mit den 67 Gymnasiasten, die die Klasse 9 erfolgreich abgeschlossen haben, können also insgesamt 96 Jugendliche das Abitur anstreben. Ein einziger Teenager müsse noch eine Nachprüfung im Fach Latein machen, war zu hören. Gruel: "Bei insgesamt 144 Abgängern ist dies eine Erfolgsquote von 99,4 Prozent." Im Nachgespräch war zu erfahren, dass die 702 Jugendlichen an der Gesamtschule inzwischen aus 45 Ortschaften kommen, weit über die Großgemeinde Schotten hinaus. Eindeutig die längste Anfahrt hat ein Teenager aus Karben-Kloppenheim.
Gruel gab einen Überblick, welche Wege die Abgänger einschlagen wollen. 24 Schüler machen eine Ausbildung. 72, darunter 14 Realschulabgänger, gehen in unterschiedliche Formen der gymnasialen Oberstufe. 29 haben sich für berufliche Schulformen entschieden, etwa für die höhere Handelsschule oder die Fachoberschule, 18 gehen ins Berufsvorbereitungsjahr, in das FSJ oder absolvieren ein Praktikum. Mit guten Wünschen für sie alle schloss der Schulleiter.
Ein wenig Abschied nehmen musste auch Erich Gebhard. Er bedankte sich bei fünf jungen Leuten, die Jahre lang im Schulorchester mitgespielt hatten und zum Teil auch bei dieser Feier solistisch zu hören waren: bei Lara Christin Köpke (Altsaxophon), Freya Sponholz (Querflöte), Beatrice Mix (Posaune) und Kevin Eberheim und Marius Döring (beide Trompete). Mit Filmmusik aus den Winnetou-Streifen und mit einem Rock-Medley riss das Schulorchester noch einmal die Zuhörer mit.
"Freiheit heißt Verantwortung" - mit einem Zitat George Bernard Shaws gab die Schulelternbeiratsvorsitzende Tamara Naumann den Abgängern die besten Wünsche mit. SV-Sprecher Jann-Louis Hau dankte dem Lehrerkollegium und allen, die zum Schulbetrieb beitragen und meinte: "Die Zeit hier war ein Privileg für uns, weil es einfach eine richtig gute Schule ist." Ermutigung kam von Bürgermeisterin Susanne Schaab, die zusammen mit dem Ulrichsteiner Stadtrat Werner Kaiser die Kommunen vertrat: "Ihr alle habt in Gemeinschaft ganz viel geleistet. Ihr trefft auf eine Gesellschaft, die jeden einzelnen von euch braucht."
Der ganz besondere Moment der Zeugnisübergabe war gekommen. Klassenweise und sehr persönlich wurden die Jugendlichen verabschiedet. Lehrkraft Karin Hennes, die die Streitschlichter in ihrer Arbeit begleitet, konnte den Jugendlichen Lara Köpke und Hannah Oechler für jahrelanges Engagement in diesem Bereich danken. Schulleitung und kommunale Vertreter ehrten dann die Klassenbesten. Es waren Elena Fritzges (9H), Dennis Stauch (10H), Samuel Scherer (10aR), Jannick Dietz (10bR), der mit einem Notendurchschnitt von 1,0 an der Spitze der Abgänger lag, weiter Fabienne Appel und Hannah Oechler (beide 9aG), Hannah Kirchhof und Dominik Nies (9bG), Haifa Mahmoud und Lea Hampel (9cG) sowie Kilian Szepanski (Kooperationsklasse).
Nach der Bewirtung durch den Elternbeirat reichte es gerade noch für das Beatles-Musical (9 aG), die Abschiedssongs von 9bG und 9cG, die Hänsel- und Gretel-Performance von 10 bR und die Tanzauftritte von 9H und 10 aR. Dann zog es endgültig alle zum Anpfiff.
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