Kurzmeldungen

Aufenthalt in der Munitionsanstalt Hartmannshain

Der WPU- Kurs „Spurensuche Drittes Reich“ von Frau Aysegül Esmer unternahm mit interessierten Kolleginnen und Kollegen des Fachbereiches Gesellschaftslehre am Mittwoch, den 28. Februar einen Ausflug zur Luftmunitionsanstalt Hartmannshain.

Die Schülerinnen und Schüler des WPU-Kurses „Spurensuche Drittes Reich“ mit den begleitenden Lehrerinnen und Lehrern vor dem Ausstellungsbunker im ehem. „Nato-Lager“

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Nach einer viertelstündigen Fahrt  besichtigte die Klasse zuerst die Gedenkstätte für das Massaker, das am Kriegsende in der Nähe des Arbeitserziehungslagers in Hirzenhain verübt wurde und anschließend die dortige ehemalige Rüstungsfabrik. Danach erfolgte die Weiterfahrt zur Munitionsanstalt, diese liegt mitten in Hessen im ländlichen Vogelsberg. Die Munitionsanstalt bestand nahe dem Ort Grebenhain von 1936 bis 1945 und war eine wichtige militärische Einrichtung der damaligen Luftwaffe der Deutschen Wehrmacht.

Während dieser Zeit des Bestehens der Muna haben hunderte Menschen unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten müssen, viele unter ihnen waren dort gegen ihren Willen als Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen. Dies berichtete Carsten Eigner, der 1. Vorsitzender des Muna- Museums. Ebenso führte er die Gruppe durch das Gelände der Munitionsanstalt und sprach über die Themen Zusammensetzung, Bau, Infrastruktur und die Hauptaufgaben der Luftmunitionsanstalt, um der Klasse die früheren Ereignisse zu veranschaulichen.

Herr Eigner erklärte der Klasse auch, dass die Luftmunitionsanstalt in verschiedene Funktionsbereiche gegliedert war. Im Wohngebiet zum Beispiel befanden sich die Wohnhäuser der Offiziere. Des Weiteren zeigte er den Schülern und Schülerinnen das Verwaltungsgebiet mit dem Verwaltungsgebäude, den Kasernen, den Werkstätten und den Munitionsarbeitshäusern, ebenso die rund 120 Bunker, die den größten Teil der Muna einnahmen.

Die Munitionsanstalt habe zudem über eine aufwendige und für damalige Zeit sehr moderne Infrastruktur verfügt. Dazu habe eine Kanalisation sowie ein eigenes Stromnetz gehört. Außerdem habe diese ein Telefonnetz und asphaltierte Straßen besessen. Anschließend berichtete Herr Eigner, dass die Hauptaufgabe der Munitionsanstalt  die Fertigstellung von Munition, der angelieferten scharfen und unscharfen Bestandteile gewesen sei.

An diesem Nachmittag konnten die Jugendlichen sich einen sehr guten Eindruck über die Munitionsanstalten und deren Geschichte bilden, um sich in  Machtstrukturen der NS- Zeit hineinzuversetzen. Durchgefroren, aber mit vielen Informationen zum Nachbereiten des Tages im Unterricht, kamen die Schülerinnen  und Schüler schließlich wieder in Schotten an.

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Quelle Text: Jennifer Eberhardt und Saskia Frank, Bild: C. Eigner