Kurzmeldungen

„Wir wollen es krachen lassen“

JUBILÄUMSABEND Förderverein der Vogelsbergschule feierte 25-jähriges Bestehen / Buntes Programm mit vielen Höhepunkten

Es sollte keine spröde Jubiläumsfeier mit vielen Reden werden, versprach Julian Zimmer. Der Vorsitzende des Fördervereins der Vogelsbergschule hielt Wort. Der Galaabend am 9.11.2017 in der Festhalle aus Anlass des 25-jährigen Bestehens war ein buntes Feuerwerk („Wir wollen es krachen lassen“) mit Musik, Tanz, Akrobatik, Trommeln, Zauberei und Humor, bei dem auch nachdenkliche und rückblickende Worte nicht fehlten. Die Festhalle war gut gefühlt, darunter viele Ehemalige und aktuell Aktive der Schule und des Fördervereins. Auch Mandatsträger aus der Politik waren der Einladung gefolgt.

25 Jahre FöV TrommelgruppeDie integrative Trommelgruppe von 25 Jugendlichen der 8aG und der IKL begeisterte in der Festhalle.

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Obwohl der Vereinsvorsitzende im Umgang mit dem Mikrofon und dem Spiel der Worte kompetent wirkte, riss eine „Dame“ aus dem Publikum namens „Martha“ die Moderation an sich. Die Künstlerin mit dem bürgerlichen Namen Jutta Steinmetz war natürlich verpflichtet worden, um die Programmpunkte des Abends mit viel Humor und Gestik zu verbinden, eine Aufgabe, die sie hervorragend löste.

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AUSZEICHNUNG

25 Jahre FöV EhrungenJulian Zimmer (li) und Petra Mengel (re) aus dem Vorstand des Fördervereins würdigten die „Mitglieder seit der ersten Stunde“.

Horst Günther, Ernst Happel, Annemarie Dietz, Manfred Schlosser, Manfred Bress und Willi Lückel wurden anstelle einer üblichen Urkunde mit einem im Fachbereich Kunst der Schule entstandenen Bild für ihr Engagement bedacht. Verhindert waren Karl Appel, Elsbeth Hof, Harald Schnierle und Hans-Ulrich Stete.

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Den musikalischen Auftakt gestaltete die Schulband der Vogelsbergschule, ein gewichtiges Faustpfand, was die Bildungseirichtung in Sachen Unterhaltung vorzuweisen hat. Die stimmgewaltige Sängerin Dorothea Magel mit dem Solo „Dream a little Dream of Me“, Bozena Krause als famose Geigerin, Klarinettistin Annabell Brandt sowie die drei Urgesteine des Musikfachbereichs, Martin Philippi, Sebastian Packheiser und Erich Gebhard begeisterten mit ihren rhythmischen oder auch sehr melodischen Stücken.

Für die kurz gehaltene Festrede war Manfred Bress zuständig. Er hatte mit der Vereinsgründung den Vorsitz übernommen, eine Aufgabe, die er 17 Jahre lang wahrnahm. Heute habe die Schule weitaus größere Herausforderungen zu meistern als vor 25 Jahren, sagte Bress. Über den Ort der reinen Wissensvermittlung hinaus, sei Schule zu einem Lebensraum geworden, der gestaltet werden will – von Lehrern und Schülern aber auch den Eltern. Vor 25 Jahren sei es ein Anliegen des Fördervereins gewesen, die Vogelsbergschule „modern, offen und engagiert“ zu gestalten.

„Die Bedingungen waren dafür nicht einfach, denn bei knappen öffentlichen finanziellen Mitteln musste die Schule trotzdem so ausgestattet werden, um die anvisierten Aufgaben übernehmen zu können.“ Bress erinnerte auch an den damaligen Schulleiter Manfred Schlosser und an seine beiden Nachfolger als Vorsitzender des Fördervereins, Jens Becker (2009 bis 2012) und Julian Zimmer, der seit fünf Jahren die Institution leitet.

Dank einer gezielten Werbung habe man nach der Gründung schnell fast 200 Mitglieder gewinnen können, erinnerte Bress. Strategisch habe man sich um die Traditionspflege bemüht, aber auch kulturelle schulische Veranstaltungen gefördert sowie gezielt die Schule „nach draußen“ geöffnet. In den vergangenen 25 Jahren sind nach Angaben von Bress mehr als 100 000 Euro aus der Vereinskasse für die schulische Arbeit geflossene. Bress nannte als Beispiele den Musikbereich, das Schülerbistro, die Bücherei, die Computerwelt sowie die Integration von russlanddeutschen Aus- und Übersiedlern. Auch beim Aufbau des evangelischen Jugendhauses oder bei der Errichtung des Kleinsportplatzes habe der Verein geholfen. Zu den Aktivitäten gehörten auch die Veranstaltung von Kulturabenden, Buchlesungen oder Vorträgen. Und nicht zuletzt die spezielle Förderung von Schülern im Rahmen des sogenannten Ostercamps.

Nach dem Zuhören war vor allem Zusehen und Genießen gefragt. In einer außergewöhnlichen Tanzshow in Verbindung mit vielen spektakulären Akrobatikelementen zeigten Silke Hentsch und Kerstin Heil (Frankfurt) als „Tarant-Ellas“ ein Höchstmaß an Körperbeherrschung, gepaart mit tänzerischer Eleganz.

Jessica Haag ist mit 19 Jahren nicht nur eine ehemalige Schülerin der Schottener Schule, sondern besitzt als Poetry-Slam-Autorin bereits viel Erfahrung mit selbstverfassten Texten im Wettstreit mit anderen Autoren. „Wurzel, Flügel und Fallschirm“, unter dieses Motto hatte sie ihre Erfahrungen an der Vogelsbergschule aufgeschrieben, die sie in einem schnellgesprochenen Vortrag dem Publikum präsentierte. In einem weiteren Auftritt brachte sie viel Nachdenkliches zu Gehör („Die Erde ist ein Bild“), diesmal sogar ohne auf Papier festgehaltenes Manuskript.

Größer hätte der Gegensatz nicht sein können. Nach dem Nachdenklichen wurde es laut in der Festhalle. 25 Jugendliche unter Leitung von Anselm Wild von der Büdinger Musikschule präsentierten anschaulich und unüberhörbar die Ergebnisse eines Workshops. Das Projekt hat einen integrativen Hintergrund. Einheimische und junge Flüchtlinge musizierten gemeinsam und wurden vom Publikum mit tosendem Beifall bedacht.

Dem Humor geschuldet war der folgende Auftritt des „Bauchbabblers“ Paech, der „Onkel Ernst“ und „Tante Else“ mitgebracht hatte, die aus Puppentheatersicht über ihre Erlebnisse einer Kreuzfahrt berichteten.

Zum Schauen und Staunen war das, was Jongleur „Zargo“ (Andreas Pudelko) mit einem Seil und einem Diabolo auf der Festhallenbühne präsentierte. Es war der vortreffliche Abschluss eines gelungen Abends, bei dem es noch eine Riesentorte für die Gäste und viele Dankesworte für die die Hauptlast der Organisation tragenden Julian Zimmer, Martina Schauermann und Petra Mengel gab.

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Quelle Text & Bild: Weil, Kreisanzeiger vom 11.11.2017