Kurzmeldungen

Richtig laut soll ’ s kaum noch werden

VOGELSBERGSCHULE Trotz umfangreicher Sanierungsarbeiten störungsfreier Unterricht gewährleistet / 100 Fünftklässler

In den Sommerferien herrschte an der Vogelsbergschule alles andere als Ruhe. Die Mitarbeiter mehrerer Baufirmen waren ständig vor Ort. Grund ist die grundlegende Sanierung des Hauptgebäudes, die in zwei Bauabschnitten erfolgt. Nach der Fertigstellung des Neubaus mit zwölf Klassenräumen (der Kreis-Anzeiger berichtete) gilt jetzt das Hauptaugenmerk dem westlichen Teil des 1972 in Betrieb genommenen Gebäudekomplexes. In den unterrichtsfreien Wochen wurde dieser Bereich, der zum Gierbachtal hin vier Stockwerke umfasst, total entkernt. Die maroden, nicht mehr zeitgemäßen Fenster wurden herausgenommen, Abhängungen von den Decken entfernt und auch alle Zwischenwände der früheren Klassen- und Fachräume ausgebaut. So präsentiert sich dieser Gebäudeteil derzeit sehr „luftig“ und als großzügig geschnitten.

Bauarbeiten 2017-8-1Der westliche Teil des Hauptgebäudes ist eingerüstet. Das Innere wurde in den Ferien entkernt.

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„Alle lauten Arbeiten, zum Beispiel mit dem Presslufthammer, sind weitgehend abgeschlossen“, freut sich der stellvertretende Schulleiter Norbert Schwing, der die Aufgaben des aus dem Schuldienst ausgeschiedenen ehemaligen Schulleiters Wilhelm Lückel übernommen hat. In dieser Woche werden noch letzte Bausicherungsmaßnahmen vorgenommen. Ebenso die Endreinigung in der östlichen Hälfte des Hauptgebäudes sowie in den Räumen der Förderstufe. Der Baustellenbereich wird noch durch eine Staubschutzwand hermetisch vom übrigen Schulgebäude abgetrennt. „Der Unterricht kann am Montag ohne Beeinträchtigungen beginnen“, so Schwing. Auch der Fachunterricht in Kunst Arbeitslehre und Informatik könne wie gewohnt stattfinden. Dafür werden die Räume der Naturwissenschaften mit genutzt.

Voll des Lobes ist Schwing über die Planung und die Ausführung der Sanierungsarbeiten. „Die Terminierung ist bisher optimal gelaufen. Allen Beteiligten, von der Planung bis zur Ausführung der Arbeiten, gilt ein großes Dankeschön. Das trifft auch für unsere beiden Hausmeister zu, die sich mit viel Sachverstand engagieren.“

Die Idee, zunächst den Neubau zu verwirklichen und danach die Sanierung des Hauptgebäudes, zahle sich jetzt aus. „Wir sind auf keine Container als Ausweichstandort für den Unterricht angewiesen, und auch sonst läuft der Schulbetrieb ohne größere Störungen weiter“, betont der stellvertretende Schulleiter. Das werde auch im neuen Schuljahr so sein. Denn die komplette Andienung der großen Baustelle erfolgt über die Zufahrt von der Straße zum Kreiskrankenhaus auf der dem Gierbachtal zugewandten Seite. Ein Nachteil ist allerdings, dass die Außensportanlage bis zum Ende der Bauarbeiten, voraussichtlich bis weit in das Jahr 2018 hinein, nicht genutzt werden kann. Die Mensa wird ab kommenden Montag wieder wie gewohnt ihren Betrieb aufnehmen

Die Sommerferien werden alljährlich für die Vorbereitung des neuen Schuljahres genutzt. Das Schulleitungsteam, zu dem neben Norbert Schwing noch dessen Stellvertreter und Leiter des gymnasialen Zweiges, Erich Gebhard, sowie Alexandra Kristan (Leiterin Förderstufe und Klasse 7H) und Jürgen Scharrenbach (Leiter Haupt- und Realschulzweig) gehören, hat die umfangreiche Planungsarbeit erledigt. Dazu gehören die Stundenpläne, die Einteilung der neuen Klassen oder die Planung für die Aufsichtsstunden. „Wir sprechen uns dabei auch mit den anderen Schulen ab, mit denen wir kooperieren, wie dem Laubach-Kolleg oder der Schlossbergschule in Ulrichstein“, sagt Erich Gebhard. Zu den weiteren Rahmenbedingungen gehört auch die Berücksichtigung individueller Aspekte der einzelnen Lehrkräfte. Insgesamt werden an der Vogelsbergschule im neuen Schuljahr 43 festangestellte Pädagogen unterrichten, davon sind drei Neueinstellungen. Fünf Lehrkräfte gehören zur kooperierenden Schottener Digmudisschule und drei sind vom Laubach-Kolleg abgeordnet. Das Team vervollständigen sechs Referendare sowie zwei Berater für den Berufseinstieg, die sich um die Lehrstellen und Praktikumssuche kümmern sowie den zukünftigen Schulabgängern mit Rat und Tat zur Seite stehen. „Wir waren personell früh komplett besetzt, das hat die Planungen erleichtert“, blicken Schwing und Gebhard auf die zurückliegenden Ferienwochen zurück.

Förderung steht oben an

„Glücklicherweise haben wir kein Problem, trotz gewisser Standortnachteile von Schotten, immer wieder neue Lehrkräfte zu bekommen“, so die beiden Leitungskräfte. „Dazu trägt sicher auch unser gutes Betriebsklima bei. Wer einmal in Schotten ist, will so schnell nicht wieder weg, es sei denn, es handelt sich um eine Bewerbung für eine höherwertige Stelle.“ Bis in einem Umkreis von circa 50 Kilometer wohnen die Lehrkräfte der Vogelsbergschule, die vornehmlich aus dem Großraum Gießen/Grünberg, aber auch dem Vogelsbergkreis und aus der Schottener Großgemeinde kommen. „Einige waren schon als Schüler an unserer Schule“, sagt Erich Gebhard.

Zu den Schwerpunkten des neuen Schuljahres zählt Norbert Schwing vor allem den reibungslosen Fortgang der Sanierungsarbeiten. Darüber hinaus ist das Ziel, alle Kinder und Jugendliche, die die Gesamtschule besuchen, bestmöglich zu fördern. „Für uns steht die Förderung der Schüler im Vordergrund. Den Heranwachsenden eine gute qualifizierte Ausbildung mit auf den Weg auf weiterführende Schulen, für das Studium oder die Berufsausbildung zu geben, ist unser Ziel“, betont Erich Gebhard. Das eher familiäre Umfeld in Schotten – im Gegensatz zu größeren Städten – trage dazu sicher bei. Davon könnten auch Flüchtlingskinder profitieren, denen sich an der Vogelsbergschule gute Chancen böten.

Mit dem neuen Schuljahr geht das „Experiment“ G8, die Gymnasialzeitverkürzung, zu Ende. Die neuen Neuntklässler des gymnasialen Zweiges werden erst nach zehn Schuljahren im Frühsommer 2019 von der Vogelsbergschule entlassen.

Am Montag werden zur Einschulung 50 Mädchen und Jungen für die drei Jahrgangsstufen umfassende Förderstufe und 50 Schülerinnen und Schüler für den gymnasialen Zweig erwartet, insgesamt geringfügig mehr als im letzten Schuljahr. Unterrichtet werden sie in 27 Klassen und zwei Koop-Klassen zusammen mit Schülern der Digmudisschule. Für junge Flüchtlinge wird es nur noch eine statt bisher zwei Intensivklassen geben. „Unser vorrangiges Ziel ist die Integration in den regulären Unterricht“, sagen Schwing und Gebhard.

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Quelle Text & Bild: Weil, Kreisanzeiger vom 10.8.2017

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